Prognosemärkte: Erlebt der 2-Milliarden-Dollar-Markt einen Wendepunkt?
Originaltitel: "Bitget Wallet Research: Das 20-Milliarden-Dollar-Spiel: Steht der Prognosemarkt vor einer Singularität?"
Quelle: Bitget Wallet Research
Einführung
Von skurrilen Diskussionen bis hin zum globalen Fokus auf Wahlen scheint der Prognosemarkt periodisch aufzublühen. Seit dem 3. Quartal 2025 braut sich jedoch ein echter Sturm zusammen:
Anfang September erhielt der Branchenriese Polymarket die regulatorische Genehmigung der U.S. CFTC, nach drei Jahren wieder in den US-Markt einzutreten;
Anfang Oktober schlug die NYSE-Muttergesellschaft ICE vor, bis zu 20 Milliarden Dollar in Polymarket zu investieren;
Mitte Oktober erreichte das wöchentliche Handelsvolumen des Prognosemarktes ein historisches Hoch von 2 Milliarden Dollar.
Mit einer Welle von Kapital, regulatorischen Öffnungen und Marktfieber gibt es Gerüchte über ein Polymarket Token Listing – woher kommt dieser Anstieg? Ist es nur ein kurzlebiger Hype oder eine "Wert-Singularität" in einem brandneuen Finanzbereich? Bitget Wallet Research analysiert die zugrunde liegende Logik und den Kernwert des Prognosemarktes und bewertet dessen Dilemmata und Entwicklungsrichtung.
I. Von "verteiltem Wissen" zum "Duopol": Der Evolutionspfad
Der Prognosemarkt ist nicht einzigartig für die Krypto-Welt; seine theoretische Grundlage reicht bis 1945 zurück. Der Ökonom Hayek schlug vor: Verteiltes, lokales Wissen kann durch den Preismechanismus effektiv aggregiert werden.
1988 startete die University of Iowa die erste Plattform, die IEM, auf der Nutzer Futures auf reale Ereignisse handelten. Forschung bestätigte, dass ein gut gestalteter Prognosemarkt oft genauer ist als traditionelle Umfragen.
Mit der Blockchain-Technologie fand dieses Nischenwerkzeug einen skalierbaren Boden. Transparenz, Dezentralisierung und globaler Zugang bieten eine perfekte Infrastruktur: Durch Smart Contracts zur automatischen Abwicklung können Zugangsbarrieren durchbrochen werden. Der Prognosemarkt hat sich von einem Nischen-Glücksspiel zu einem mächtigen On-Chain-Finanzsektor gewandelt, der tief mit dem Krypto-Markt verschmilzt.

Datenquelle: Dune
Daten von Dune bestätigen diesen Trend. Der Krypto-Prognosemarkt zeigt ein monopolistisches "Duopol": Polymarket und Kalshi beherrschen über 95% des Marktanteils. Stimuliert durch Kapital und regulatorischen Rückenwind wird dieser Bereich insgesamt aktiviert. Mitte Oktober überstieg das wöchentliche Handelsvolumen 2 Milliarden Dollar. In diesem Wachstum hält Polymarket aufgrund regulatorischer Durchbrüche und Token-Erwartungen einen leichten Vorteil gegenüber Kalshi.
II. "Ereignis-Derivate": Warum wettet die Wall Street?
Um zu verstehen, warum ICE in Polymarket investiert, muss man die "Glücksspiel"-Fassade ablegen. Die Essenz des Prognosemarktes ist eine alternative Art von Handelskontrakt, die zu den "Ereignis-Derivaten" gehört.

Dies unterscheidet sich von "Preis-Derivaten" wie Futures. Der Basiswert ist hier das zukünftige Ergebnis eines "Ereignisses". Daher repräsentiert der Kontraktpreis den kollektiven Konsens über die "Eintrittswahrscheinlichkeit".
Unter Web3 wird dieser Unterschied verstärkt. Traditionelle Derivate basieren auf Modellen wie Black-Scholes; On-Chain-Prognosemärkte führen über Smart Contracts automatisch aus, nutzen Orakel zur Abwicklung und haben Preise (wie AMM-Algorithmen) transparent auf der Blockchain. Dies senkt die Eintrittsbarriere, bringt aber neue Risiken (wie Orakel-Manipulation) mit sich.
Vergleichstabelle: Prognosemarkt vs. traditionelle Finanzderivate
Dieser Mechanismus zieht Finanzinstitute an. Er bietet einen dreifachen Kernwert:
Erstens ist es ein fortschrittlicher "Informations-Aggregator". In einer Welt voller Fake News bietet der Prognosemarkt eine radikale Lösung: Wahrheit wird nicht von Behörden definiert, sondern durch einen dezentralen, ökonomisch motivierten Markt "versteigert". Er bietet eine "Echtzeit-Stimmungsanzeige" und erreicht Informationsgerechtigkeit.
Zweitens kommerzialisiert er die "Informationslücke". Der Prognosemarkt hat eine neue handelbare Anlageklasse geschaffen: "Ereignis-Kontrakte". Dies ermöglicht es Anlegern, ihre Überzeugungen über die Zukunft direkt in Finanzinstrumente umzuwandeln. Für quantitative Fonds oder KI-Modelle ist dies eine beispiellose Gewinnmöglichkeit.
Drittens hat er einen "Hedge everything"-Risikomanagementmarkt geschaffen. Traditionelle Finanzinstrumente haben Schwierigkeiten, die Unsicherheit eines "Ereignisses" selbst abzusichern. Der Prognosemarkt ermöglicht es, abstrakte "Ereignisrisiken" in standardisierte Kontrakte für präzises Risikomanagement umzuwandeln.
Wie auch immer, eine neue Ära hat begonnen. Da traditionelles Kapital diesen Bereich fokussiert, könnte dies ein echter "Singularitäts"-Moment sein – eine neue Anlageklasse, die vom Mainstream-Finanzsystem angenommen wird.
Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag und repräsentiert nicht die Ansichten von BlockBeats.
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