Hongkong plant die vollständige Einbeziehung von Handel, Verwahrung, Anlageberatung und Vermögensverwaltung für virtuelle Vermögenswerte in die Lizenzregulierung; ein Entwurf zur Gesetzesänderung soll noch in diesem Jahr vorgelegt werden
Das Finanz- und Schatzamt der Sonderverwaltungszone Hongkong erklärte, dass nach der Einführung des Lizenzsystems für Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte und des Regulierungsrahmens für Stablecoin-Emittenten die nächste Phase in Hongkong die Schaffung eines einheitlichen Regulierungsrahmens vorsieht, der den Handel, die Verwahrung, die Anlageberatung und die Vermögensverwaltung für virtuelle Vermögenswerte abdeckt und das Ökosystem für digitale Vermögenswerte weiter verbessert.
Dem offengelegten Plan zufolge muss jedes Institut, das in Hongkong Handel, Verwahrung, Anlageberatung oder Vermögensverwaltung im Bereich virtueller Vermögenswerte betreibt, grundsätzlich eine Lizenz oder Registrierung bei der Securities and Futures Commission (SFC) von Hongkong einholen. Der regulatorische Geltungsbereich entspricht den regulierten Aktivitäten gemäß der Securities and Futures Ordinance, insbesondere Klasse 1 (Wertpapierhandel), Klasse 4 (Anlageberatung) und Klasse 9 (Vermögensverwaltung).
Bei Verwahrungsdiensten für virtuelle Vermögenswerte liegt der regulatorische Fokus auf der Verwaltung privater Schlüssel und den Sicherheitsrisiken für Kundenvermögen. Die Regierung von Hongkong gab an, dass es derzeit 13 lizenzierte Handelsplattformen für virtuelle Vermögenswerte in Hongkong gibt und 2 Lizenzen für Stablecoin-Emittenten erteilt wurden. Der künftige Regulierungsrahmen wird nach dem Prinzip „gleiches Geschäft, gleiches Risiko, gleiche Regeln“ umgesetzt, was von lizenzierten Instituten die Einhaltung strenger Standards in Bezug auf Kapitalstärke, Risikomanagement, Finanzberichterstattung, fachliche Kompetenz und den Schutz von Kundenvermögen verlangt.
Es ist bemerkenswert, dass die Behörden klar gestellt haben, dass es für bestehende Dienstleister keine Übergangsregelungen mit „fingierter Lizenz“ geben wird; die betreffenden Institute müssen proaktiv Lizenzen oder Registrierungsqualifikationen beantragen. Gleichzeitig ist es jedem Institut, das nicht lizenziert oder registriert ist, untersagt, aktiv für entsprechende Dienstleistungen im Bereich virtueller Vermögenswerte in Hongkong zu werben, unabhängig davon, ob dies innerhalb oder außerhalb Hongkongs geschieht.
Das Finanz- und Schatzamt von Hongkong gab bekannt, dass entsprechende Gesetzesvorschläge ausgearbeitet werden, mit dem Ziel, dem Legislativrat bis 2026 einen Entwurf zur geänderten Verordnung vorzulegen. Marktteilnehmer gehen davon aus, dass Hongkong bei Umsetzung des neuen Systems zu einer der wenigen Jurisdiktionen weltweit werden wird, die gleichzeitig die gesamte Regulierungskette von Handelsplattformen, Stablecoins, Verwahrung, Anlageberatung und Vermögensverwaltung abdeckt, was seine Position als internationales Zentrum für digitale Vermögenswerte weiter stärkt.
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