Mitglied des Exekutivkomitees der EZB Piero Cipollone: Stablecoins könnten zu einem Verlust von Retail-Einlagen im Bankensystem führen

By: rootdata|2026/07/18 13:22:25

Krypto-Kreise (120btc.CoM): Piero Cipollone, Mitglied des Exekutivkomitees der Europäischen Zentralbank, warnte am 17. Juli auf einer Bankenkonferenz in Rom ausdrücklich, dass das Bankensystem Retail-Einlagen verlieren könnte, wenn die Nutzung von Stablecoins weiterhin zunimmt. Cipollone hielt an diesem Tag eine Rede mit dem Titel „Der kooperative Geist im Herzen des digitalen Euro“, in der er sagte: „Wenn die Nutzung von Stablecoins in Zukunft zunimmt, werden die Banken gleichzeitig Retail-Einlagen verlieren.“ Der globale Markt für Stablecoins hat derzeit ein Volumen von etwa 300 Milliarden USD erreicht.

Cipollones Logik: Abfluss von Retail-Einlagen schwächt die Finanzierungsquellen der Banken

Cipollones Logik ist: Wenn Stablecoins zu einem gängigen Zahlungsmittel und Wertaufbewahrungsmittel werden, werden die ursprünglich in den Bankensystemen gebundenen Retail-Einlagen in Krypto-Wallets abgezogen, was die Stabilität der Kreditvergabe und der Finanzierungsquellen der Banken direkt schwächt. Die Autonomie der Zahlungsinfrastruktur in der Eurozone ist von Natur aus schwach: Derzeit werden 2/3 der Kreditkartenzahlungen in der Eurozone über nicht-europäische Zahlungskanäle abgewickelt, und von 21 Ländern der Eurozone haben 13 kein eigenes nationales Zahlungskartensystem.

Gesetz über Euro-Stablecoins: Verhandlungen am 9.7. begonnen, Ziel ist eine Einigung bis Ende des Jahres, erste Ausgabe 2029

Cipollones Warnung fällt genau in die Zeit der legislativen Verhandlungen über das Stablecoin-Gesetz der EU – die Mitgliedstaaten der EU und die Kommission haben am 9. Juli offiziell die Verhandlungen über das Stablecoin-Gesetz aufgenommen, mit dem Ziel, bis Ende 2026 eine Einigung zu erzielen. Die erste Ausgabe des digitalen Euro wird für 2029 erwartet. Derzeit nehmen 36 Zahlungsdienstleister an dem Pilotprojekt für den digitalen Euro teil.

Durchdringungsrate mobiler Zahlungen: In den Niederlanden, Irland und Finnland bereits 10 % der POS-Transaktionen

Cipollone verwies auch auf die Veränderungen in der aktuellen Zahlungsstruktur: In Eurozonenländern wie Irland, den Niederlanden und Finnland machen mobile Zahlungen bereits mehr als 10 % der physischen POS-Transaktionen aus – was zeigt, dass sich das Verbraucherverhalten bereits in Richtung digitaler Zahlungen verschiebt. Cipollones Standpunkt ist, dass die EU klare gesetzgeberische Ergebnisse im Stablecoin-Gesetz erzielen und das Projekt des digitalen Euro beschleunigen muss, um die Autonomie des Euro-Zahlungssystems aufrechtzuerhalten.

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