Duma-Ausschuss in Russland lehnt Lockerungen am Krypto-Gesetzentwurf ab
Laut TechFlow unter Berufung auf Bits.media empfahl der Ausschuss für Finanzmärkte der russischen Staatsduma am 17. Juli, mehrere Änderungsanträge abzulehnen, die einen staatlichen Gesetzentwurf zur Regulierung von Kryptowährungen vor seiner zweiten Lesung abgeschwächt hätten. Die nächste Prüfung des Gesetzentwurfs, die ursprünglich vor dem 1. Juli erwartet worden war, wurde nun auf den 1. September verschoben.
Die abgelehnten Änderungsanträge betrafen mehrere zentrale Fragen des Marktzugangs und der Compliance. Ein Vorschlag hätte die jährliche Obergrenze für nicht-professionelle Anleger beim Kauf von Krypto über einen einzelnen Vermittler von 300.000 Rubel auf 600.000 Rubel angehoben. Ein weiterer hätte die Bandbreite handelbarer Token auf Vermögenswerte mit einer Marktkapitalisierung von über 1 Billion Rubel und einem durchschnittlichen täglichen Handelsvolumen von über 100 Milliarden Rubel ausgeweitet. Der aktuelle Entwurf setzt deutlich höhere Schwellenwerte von mindestens 5 Billionen Rubel Marktkapitalisierung und 1 Billion Rubel täglichem Volumen an, ein Standard, der in der Praxis nur eine kleine Zahl von Vermögenswerten, darunter bitcoin und ether, für ein Listing zulassen würde.
Weitere abgelehnte Änderungen umfassten die Erlaubnis für russische Bürger, Non-Custodial-Krypto-Wallets zu nutzen, die Abschaffung verpflichtender Einzelfallprüfungsbefugnisse für Institute der digitalen Verwahrung sowie die Verschiebung des Inkrafttretens des Gesetzes auf Januar 2027. In der aktuellen Fassung behalten digitale Verwahrer die Befugnis, jede Transaktion zu prüfen und Transfers einzufrieren. Der Gesetzentwurf passierte im April seine erste Lesung, und auch eine Diskussion über einen damit verbundenen Gesetzentwurf zur strafrechtlichen Haftung wird voraussichtlich nicht vor September stattfinden.
Warum das wichtig ist
Die Haltung des Ausschusses deutet auf ein strengeres Modell des Marktzugangs hin statt auf eine breitere Öffnung des russischen Krypto-Kleinanlegermarkts. Die Entscheidung hält strengere Grenzen dafür aufrecht, wer kaufen darf, welche Vermögenswerte angeboten werden können und wie Vermittler Geldflüsse überwachen. Das ist für Börsen, Broker und Verwahrdienstleister relevant, weil der kommerzielle Umfang eines regulierten Marktes eng bleiben könnte, wobei sich Compliance-Kontrollen auf eine kleine Gruppe genehmigter Vermögenswerte und beaufsichtigter Kanäle konzentrieren. Wichtige Umsetzungsdetails sind jedoch noch nicht endgültig, da der Gesetzentwurf seine zweite Lesung noch nicht abgeschlossen hat.
WEEX-Sicht
Die nächste Frage für den Markt ist nicht nur, ob der Gesetzentwurf im September vorankommt, sondern auch, ob die Gesetzgeber die aktuelle Struktur hoher Listing-Schwellen und starker Eingriffsbefugnisse der Verwahrer beibehalten. Sollten diese Bestimmungen bestehen bleiben, könnten konforme Plattformen in Russland mit einem Markt konfrontiert sein, der eine begrenzte Produktbreite, geringeren Altcoin-Umschlag und strengere Onboarding-Grenzen für Kleinanleger aufweist. Das könnte die Trennung zwischen offiziell zugelassenen Handelsplätzen und Offshore- oder Peer-to-Peer-Kanälen verstärken, die außerhalb der inländischen Vertriebskontrollen liegen.
Börsen und Liquiditätsanbieter sollten zudem beobachten, wie sich der zugehörige Rahmen zur strafrechtlichen Haftung parallel zum Hauptgesetzentwurf entwickelt. Die Formulierung der Durchsetzung wird die Bereitschaft zu Listings, die Beteiligung am Market-Making und das Verwahrungsrisiko stärker prägen als die bloßen Obergrenzen für Anleger. Zu den offenen Fragen gehört, welche Institute als zugelassene Vermittler gelten werden, wie Einfrierungsbefugnisse in der Praxis angewendet würden und ob Beschränkungen für Non-Custodial-Wallets Nutzer eher von regulierten Wegen weg als zu ihnen hin bewegen würden.
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