Goldman Sachs: US-Inflation breitet sich von lokal auf umfassend aus, aber hat die Krise von 2022 noch lange nicht erreicht

By: rootdata|2026/07/21 00:47:30

Die Erwartungen an Zinssenkungen kühlen sich ab, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September steigt auf über 50 %.


Verfasser: Bu Shuqing, Wall Street Watch


Goldman Sachs warnt, dass das Risiko einer Ausbreitung der US-Inflation über dem historischen Durchschnitt liegt, jedoch noch lange nicht das Niveau der Krise von 2022 erreicht hat. Derzeit konzentrieren sich die Preiserhöhungen hauptsächlich auf einige wenige hochgewichtete Bereiche, während die Wohninflation voraussichtlich weiter abkühlen wird. Der Markt hat bereits begonnen, auf eine Zinserhöhung der Federal Reserve im September zu setzen, wobei die Inflationsentwicklung weiterhin die größte Variable im zweiten Halbjahr darstellt.


Das Risiko einer Ausbreitung der US-Inflation wird zunehmend real, hat jedoch noch lange nicht das Krisenniveau erreicht.


Die neuesten Forschungen von Goldman Sachs-Ökonomin Jessica Rindels zeigen, dass die Breite der Inflation, gemessen am bevorzugten Inflationsindikator der Federal Reserve, dem persönlichen Konsumaufwand (PCE), derzeit über dem historischen Durchschnitt von 1990 bis 2019 liegt, insbesondere im gewichteten Maßstab. Diese Erkenntnis steht im Einklang mit den Bedenken des neuen Federal Reserve-Vorsitzenden Waller, die er letzte Woche während seiner Anhörung im Kongress äußerte – Waller nannte es eine seiner Hauptaufgaben, die „umfassende Ausbreitung“ einzelner Preiserhöhungen zu verhindern.


Rindels' Forschung bietet jedoch gleichzeitig einen wichtigen Referenzpunkt: Auf einer benutzerdefinierten quantitativen Skala von 0 bis 10 (0 entspricht dem Durchschnitt von 1990 bis 2019, 10 dem Inflationshöhepunkt von 2022) liegt der aktuelle Wert der Inflationsbreite im gewichteten Maßstab bei 6, während der ungewichtete Wert nur 2 beträgt, was beide weit unter den extremen Werten während der Pandemie liegt. Der Markt reagierte relativ ruhig darauf, die S&P 500-Futures stiegen am Montag vor dem Handel um etwa 22 Basispunkte.


Quantitativer Rahmen: Wie wird der Grad der Inflationsausbreitung gemessen


Rindels verwendet eine dreifache Filtermethode zur Erstellung des Analyserahmens:


Sie verwendet den PCE als Datenquelle, glättet kurzfristige Schwankungen mit der annualisierten Veränderungsrate über sechs Monate und führt die Statistiken sowohl nach den Gewichten der einzelnen Komponenten im PCE (gewichtet) als auch nach einer gleichgewichteten Behandlung nach Kategorien (ungewichtet) durch.


Innerhalb dieses Rahmens wird die Inflationsbreite definiert als der Anteil der Kategorien im PCE, deren Preiserhöhung über 3 % liegt. Der gewichtete Wert von 6 bedeutet, dass die aktuelle Inflationsausbreitung nach Verbrauchsgewichtung fast 60 % des Höhepunkts von 2022 erreicht hat; der ungewichtete Wert von 2 zeigt jedoch, dass die Preiserhöhungen in Bezug auf die Anzahl der Kategorien weiterhin relativ konzentriert sind und sich nicht umfassend ausgebreitet haben.


Die signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Maßstäben zeigen, dass der aktuelle Inflationsdruck hauptsächlich auf große Verbraucherkategorien konzentriert ist und nicht gleichmäßig auf alle Teilbereiche verteilt ist.


Preiserhöhungen konzentrieren sich auf audiovisuelle Medien, Finanzen, Gesundheitswesen und Verkehr


Rindels' Forschung weist darauf hin, dass die derzeit am schnellsten steigenden Preise in den vier Kategorien Video-/Audio-Dienste, Finanzdienstleistungen, Gesundheitsdienstleistungen sowie Flugtickets/Transport zu finden sind.


Diese Kategorien haben im PCE ein hohes Gewicht und sind die Hauptquelle für den hohen gewichteten Wert.


Im Vergleich dazu bleibt die Miete zwar ein wichtiger Bestandteil der Inflation, aber Rindels prognostiziert, dass ihr Einfluss allmählich nachlassen wird – für das vierte Quartal dieses Jahres wird ein Rückgang der Mietsteigerungen auf unter 3 % erwartet, was die Anziehungskraft auf die Gesamtinflationsbreite deutlich verringern wird. Diese Vorhersage bietet dem Markt ein gewisses Signal zur Entspannung der Aussichten.


Marktpreisgestaltung: Erwartungen an Zinssenkungen kühlen sich ab, Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im September steigt auf über 50 %


Wallers Anhörung im Kongress wurde von den Märkten allgemein als eher hawkish interpretiert.


In der Folge fiel die Rendite der US-Zweijährigen Staatsanleihen von fast 4,3 % leicht auf 4,18 % am Montag, was zeigt, dass der Markt nach der Verdauung seiner Äußerungen eine Korrektur vornahm.


Laut den CME FedWatch-Daten erwarten Händler derzeit eine Wahrscheinlichkeit von bis zu 85 %, dass die Zinssätze bei der Sitzung im Juli unverändert bleiben, während die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im September auf 52 % gestiegen ist. Das bedeutet, dass der Markt eine zusätzliche Zinserhöhung in das Basisszenario einbezogen hat, und die Nachhaltigkeit der Inflationsausbreitung formt die Erwartungen an den geldpolitischen Kurs der Federal Reserve neu.


Für Investoren liegt der zentrale Widerspruch in der aktuellen Situation darin, dass die Breite der Inflation zwar den historischen Durchschnitt überschreitet, aber noch keine systemischen Risiken ausgelöst hat; die Erwartungen an eine Straffung der Politik nehmen zu, aber das Tempo bleibt ungewiss. Ob die Mieten wie erwartet abkühlen, wird der entscheidende Variable sein, um die Inflationsentwicklung im zweiten Halbjahr zu beobachten.

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